„Und was frage ich jetzt?“ – das hören wir am häufigsten, nachdem ein Händler ChatGPT oder Claude mit seinem Amazon-Seller-Konto verbunden hat. Nicht, weil Daten fehlen, sondern weil ein leeres Eingabefeld keinen Anfang vorgibt. Die Folge: allgemeine Fragen („Wie laufen die Verkäufe?“) und allgemeine Antworten. Dieser Leitfaden liefert 8 ChatGPT Prompts für Amazon-Seller zum Kopieren, nach Bereichen gegliedert, und die Regeln, mit denen Sie eigene Prompts präzise formulieren.

Warum die meisten Amazon-Prompts wenig bringen

Die üblichen Listen mit „100 Prompts für Amazon“ drehen sich fast nur um Titel und Produktbeschreibungen. Das ist nützlich, deckt aber nur einen kleinen Teil der Arbeit ab. Die eigentliche Arbeit ist operativ: erkennen, was sich verändert hat, Probleme finden, Prioritäten setzen. Dafür muss das Modell Ihre Daten sehen.

Zwei Voraussetzungen vorab:

5 Regeln für einen guten Amazon-Prompt

Ein Prompt, der zuverlässig funktioniert, enthält fast immer:

Die letzte Regel ist die wichtigste. Wir unterscheiden zwei Arten: Analyse-Prompts (nur lesend) und operative Prompts (sie bereiten die Änderung vor, zeigen eine Vorher-Nachher-Vorschau und warten auf Ihre Freigabe).

8 ChatGPT Prompts für Amazon-Seller – nach Bereich

1. Überblick über das Seller-Konto

Fasse meine Woche auf amazon.de zusammen: Umsatz und Einheiten der letzten 7 Tage gegenüber den 7 Tagen davor, die 3 SKUs mit dem stärksten Wachstum und die 3 mit dem stärksten Rückgang. Schließe mit den Stärken und Schwachstellen der Woche.

Der Einstieg für jeden Montag. Die Schlussanweisung zwingt das Modell zu einer Einordnung statt einer bloßen Zahlenliste.

2. Katalog und Listings: Probleme finden

Liste meine aktiven Listings auf amazon.de auf, bei denen Amazon Probleme meldet oder die unterdrückt sind. Gib je SKU, ASIN, Art des Problems an und ob das Produkt in den letzten 30 Tagen verkauft hat. Sortiere nach Umsatz.

Die Sortierung nach Umsatz ist entscheidend: Zuerst beheben Sie, was Sie Geld kostet.

3. Katalog und Listings: Korrektur vorbereiten

Lies für die ASIN B0XXXXXXXX (Ihre eigene einsetzen) den aktuellen Titel und die Bullet Points und schlage eine verbesserte Fassung vor, ohne Eigenschaften zu erfinden, die nicht bereits im Listing stehen. Zeige Vorher und Nachher und veröffentliche nichts, bevor ich bestätige.

Ein operativer Prompt. Der Zusatz „ohne Eigenschaften zu erfinden“ ist Pflicht: Ein Listing darf nur zutreffende Angaben enthalten.

4. Preise und Buy Box

Welche ASINs haben auf amazon.de in den letzten 7 Tagen die Buy Box verloren? Zeige jeweils meinen Preis, den Buy-Box-Preis und die Differenz in Prozent. Keine Preise ändern, ich will nur den Überblick.

Bevor Sie einen Preis anfassen, sollten Sie wissen, wie groß der Abstand ist und ob Ihre Marge das trägt.

5. Lagerbestand und FBA

Berechne für jede FBA-SKU den durchschnittlichen Tagesabsatz der letzten 30 Tage und die Reichweite in Tagen auf Basis des verfügbaren Bestands. Liste alle mit weniger als 21 Tagen Reichweite auf, die dringendsten zuerst.

Die 21 Tage sind ein Beispiel. Passen Sie den Wert an Ihre Wiederbeschaffungszeit an.

6. Werbung

Finde Keywords in Sponsored-Products-Kampagnen, die in den letzten 14 Tagen bei mindestens 15 Klicks Kosten ohne Verkäufe verursacht haben. Zeige Ausgaben, Klicks und Kampagne. Bereite dann einen Vorschlag vor (niedrigeres Gebot oder negatives Keyword) und warte auf meine Freigabe.

Hier geht es von der Analyse zur Maßnahme – die Entscheidung bleibt bei Ihnen.

7. GPSR und EPR

Prüfe meine Listings auf amazon.de und nenne mir alle, denen die nach GPSR erforderlichen Produktsicherheitsangaben fehlen (Hersteller, verantwortliche Person in der EU, Warnhinweise). Gruppiere nach fehlender Angabe.

Die GPSR- und EPR-Konformität ist die Pflege, die meist erst nach einer Beanstandung erledigt wird. Wer in der EU verkauft, sollte sie regelmäßig prüfen.

8. Bestellungen und Umsatz

Vergleiche den Umsatz pro Marktplatz der letzten 30 Tage mit den 30 Tagen davor. Wo wachse ich, wo verliere ich? Nenne für den Marktplatz mit dem größten Rückgang die SKUs, die den Unterschied erklären.

Der Mehrwert liegt in der zweiten Frage: nicht nur „wo“, sondern „durch welche Produkte“.

Von 8 Beispielen zur Methode: 27 Prompts in 7 Bereichen

Diese Beispiele sind ein Anfang. In der Vendooly-App finden Sie eine Bibliothek mit 27 fertigen Prompts in 5 Sprachen, gegliedert in 7 Bereiche: Überblick über das Seller-Konto (3), Katalog und Listings (6), Preise und Buy Box (4), Bestand und FBA (3), Werbung (4), GPSR/EPR (4) sowie Bestellungen und Umsatz (3). 15 sind Analyse-Prompts, 12 operativ. Sie wählen einen aus, starten ihn in Ihrer KI und arbeiten mit einem Ergebnis statt mit einem leeren Feld.

Zusätzlich schlägt der Montags-Recap per E-Mail – bei verbundenem Seller-Konto und Umsätzen in den letzten 14 Tagen – vor, „was Sie Ihre KI diese Woche fragen sollten“, mit Prompts auf Basis Ihrer Daten.

Prompts sicher einsetzen

Unabhängig vom Prompt gilt bei Vendooly: Keine schreibende Aktion läuft von selbst. Preise, Bestand, Listings, Gebote, Budgets und Kampagnenstatus zeigen immer zuerst eine Vorher-Nachher-Vorschau und werden erst nach Ihrer ausdrücklichen Bestätigung an Amazon übermittelt. Details dazu unter Aktionsfreigaben, weitere Einstiegsbeispiele in Erste Analyse.

Sie möchten diese Prompts mit Ihren eigenen Daten testen? Die 14-tägige kostenlose Testphase umfasst den vollständigen Tarif Seller + Ads: hier registrieren. Alle Anleitungen nach Bereichen finden Sie im Wiki.